Endoskopie auf dem Vormarsch

endoskopie tierarzt3Der Fortschritt von minimal-invasiver Diagnostik und Therapeutik geht auch in der Veterinärmedizin unaufhaltsam voran. Die endoskopische Untersuchung hat einen unverzichtbaren Platz bei der Untersuchung des Atem-, Verdauungs- und Harntraktes. Mit Hilfe von verschiedenen starren und flexiblen Endoskopen (Videoendoskop ) sind wir in der Lage, diese Organe von innen zu betrachten und gegebenenfalls Proben zu gewinnen.

endoskopie tierarzt2Bei der Untersuchung von Ohren, Nasenrachenraum und Bronchien werden vor allem starre Endoskope eingesetzt, bei gastroenterologischen Untersuchungen vor allem flexible Endoskope. Die otoskopische Untersuchung des Gehörganges verläuft ähnlich wie die mit herkömmlichen Instrumenten, ist aber wesentlich effektiver. Die Untersuchungen können nur in Vollnarkose durchgeführt werden, da die Tiere aufgrund von Abwehrreaktionen die Untersuchung nicht tolerieren würden. Diese Narkosen werden in der Regel nur ca. 30 Minuten aufrechterhalten, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind.

Otoskopie

Der Bereich der diagnostischen Otoskopie ist in der Veterinärmedizin eines der wichtigsten Einsatzgebiete für Endoskope, neben der diagnostischen Otoskopie lässt sich das Verfahren auch zum Spülen, Saugen und Kürettieren verwenden.

otoskopie tierarzt

perforiertes Trommelfell bei einem Hund mit chronischer Otitis media

Rhinoskopie

rhinoskopie tierarztEinsatzgebiete für eine Rhinoskopie (Spiegelung der Nasenhöhlen) sind Nasenausfluss, anhaltender Niesreiz, nasale Atemgeräusche, Nasenbluten sowie das Rückwärtsniesen. Bei einer solchen Spiegelung können häufig Entzündungen, Fremdkörper, Pilzinfektionen oder Tumore in der Nasenhöhle diagnostiziert werden. Oft ist es nötig für eine genaue Diagnose Schleimhautproben zu entnehmen.

Tracheobronchoskopie

tracheobronchoskopieHierbei werden Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien endoskopisch beurteilt. Eingesetzt wird die Tracheobronchoskopie zum Beispiel bei Fällen von chronischem Husten, abnormen Atemgeräuschen, um eventuell eigeatmete Fremdkörper zu entdecken oder auch bei Atemnot unklarer Genese. Oft ist es auch möglich einen Luftröhren(Tracheal-)kollaps zu diagnostizieren.
Gefunde Fremdkörper können gleich entfernt werden. Weiters kann mit einer broncho-alveolären Lavage Material zur zytologischen und bakteriologischen Untersuchung gewonnen werden! Mittels der zytologischen Diagnostik gelingt es häufig erst spezifische Erkrankungen wie das feline Asthmasyndrom oder andere Bronchitisformen bei Hund und Katze zu diagnostizieren.

Gastroduodenoskopie / Kolorektoskopie

Endoskopie tierarzt gastro

Mit diesen Methoden kann der Magen- Darmtrakt untersucht werden. Hierfür müssen unsere Patienten über einen längeren Zeitraum nüchtern gehalten werden, bzw. muss manchmal auch ein Einlauf durchgeführt werden.

Indikationen hierfür sind z.B.: Fremdkörperverdacht, chronisches Erbrechen, Regurgitieren, Dysphagie, abnormer Speichelfluss, Hämatemesis, längere Appetitlosigkeit, Chronischer Durchfall, Gewichtsverlust, Hämatoschezia, Meläna und v.m.

Endoskopie tierarzt gastro3Veränderungen an der Magenschleimhaut, wie Blutungen, Tumoren, Verletzungen, Magengeschwüre (Ulzera) oder Verengungen können hierbei entdeckt werden. Außerdem können Biopsien von der Magen, bzw. Darmschleimhaut genommen werden, die oft für eine genaue Diagnose unabdingbar sind. Bei Hunden kommt es vor, dass Fremdkörper verschluckt werden die von der Magensäure nicht zersetzt werden können (z.B. Gummispielzeug) und dann im Magen verweilen und Beschwerden verursachen. Mittels Gastroskopie können diese entdeckt und oftmals auch entfernt werde 

Laparoskopie:

Die endoskopische Kastration der Hündin

Die endoskopische Kastration der Hündin ist eine minimalinvasive Operationsmethode. Wir empfehlen die Kastration ab dem 6. Lebensmonat. Ist die Hündin schon älter, dann liegt der optimale Kastrationszeitpunkt 2 Monate nach Ende der Läufigkeit.

Vorteile der endoskopischen Kastration gegenüber dem Bauchschnitt?

  • Die Eierstöcke können durch diese endoskopische Technik besonders schonend entfernt werden.
  • Es wird kein bleibendes Fremdmaterial (wie z.B. Nahmaterial) in die Bauchhöhle verbracht.
  • Geringe postoperative Schmerzen
  • Die Verwendung eines Halskragens ist in der Regel nicht nötig (kein Leinenzwang)
  • Eine normale Belastung ist nach wenigen Tagen wieder möglich.

Wann kann die endoskopische Kastration nicht durchgeführt werden?

  • Bei einer hochgradigen Entzündungen der Gebärmutter, oder, wenn es während der Operation zu stärkeren Blutungen kommt, ist eine Eröffnung der Bauchhöhle nötig.

Ist die Entfernung der gesamten Gebärmutter notwendig?

Studien haben gezeigt, dass die Entfernung der Gebärmutter bei gesunden Tieren keinen Vorteil mit sich bringt. Die Entfernung der Eierstöcke ist völlig ausreichend, um den Geschlechtszyklus zu unterbinden. Die verbleibende Gebärmutter bildet sich auf kaum wahrnehmbare Größe zurück. Entzündungen der Gebärmutter oder Gebärmutterkrebs kommen nach Entfernung der Eierstöcke so gut wie niemals vor. Ist die Gebärmutter jedoch stark verändert, muss sie zusätzlich vollständig entfernt werden.